Andreas Hillger - Autor/Dramaturg
Andreas Hillger - Autor/Dramaturg

Force & Freedom - Beethoven zwischen Zwang und Freiheit

Ein Beethoven-Projekt von Nico and the Navigators mit dem Kuss Quartett, Filmpremiere am 21. Dezember 2020 auf ARTEconcert, Regie/Konzept: Nicola Hümpel, Bühnenkonzept/Videotechnik: Oliver Proske, Konzept/Dramaturgie: Andreas Hillger, Mitwirkende: Tobias Weber, Yui Kawaguchi, Ted Schmitz, Patric Schott / Kuss Quartett: Jana Kuss, Oliver Wille, William Coleman, Mikayel Hakhnazaryan

In gegensätzlichen Videoclips wird die Fragestellung des Bühnenprojekts mit der aktuellen, durch die Zwangsmaßnahmen der Corona-Krise sich stellenden Situation in Verbindung gebracht, reflektiert und künstlerisch kommentiert. Die nicht mehr mögliche Interaktion mit den Partnern und dem Publikum soll so verarbeitet werden, die Sehnsucht, nach dem was durch die Krise verloren gegangen ist, das gemeinsame Erleben und Reagieren, kommentiert und akzentuiert werden. Das Motto der ersten Druckausgabe von Beethovens „Große Fuge“: „tantôt libre tantôt recherchée" („frei und gebunden") bekommt so ungewollt eine ganz aktuelle Bedeutung für die Musiktheater-Gruppe aus Berlin. Für die Video-Clips bildet die schon angesprochene Gesamteinspielung der Beethoven-Quartette des Kuss-Quartetts die inspirierende musikalische Grundlage. Dieses digitale Tagebuch kann und soll das Verlorene nicht ersetzen, ist auch so etwas wie eine künstlerische Trauerarbeit mit vielen Facetten. Am Ende dieses Internet-Video-Projekts steht nun ein außergewöhnliches Memory-Spiel, dessen Teile aus einer Auswahl der insgesamt 29 Clips zusammengefügt werden müssen. Freiheit und Zwang (der Regeln) verweisen einmal mehr auf die Grundkonstante des jetzt für 2021 geplanten Projekts „Force & Freedom“.

Gerhard Tetzlaff, SWR2

 

Mit kleinen, einminütigen Videoclips reflektieren das Kuss Quartett und Mitglieder der Muiktheatergruppe Nico and the NAvigators den Lockdown und ihr agebsagtes gemeinsames Projekt für die Schwetzinger Festspiele (...) unprätentiös alltagspoetische Lagebeschreibungen.

Juan Martin Koch, Neue Musikzeitung

 

Eigentlich hätte die Co-Produktion „Force and Freedom“ unter der Regie von Nicola Hümpel bei den Schwetzinger Festspielen im Mai ihre Premiere gefeiert, nun musste sie Corona-bedingt auf 2021 verschoben werden. Es folgte die Transformation in ein digitales Tagebuchprojekt, das eine unmittelbare Reaktion auf die neuen Situationen in der Corona-Pandemie darstellt, denen wir begegnen. Musiziert wird aus der Isolation heraus, ohne Rückmeldung eines Publikums. Das geschieht bei „Force and Freedom“ mit kleinen Clips, die ungewöhnliche und vielfältige Szenen zeigen: Da gibt es brennende Noten, Autobahnbrücken, Katzen, die mit Metronomen spielen und weitere Skurrilitäten – das alles unterlegt mit der Einspielung der Beethoven-Quartette durch das Kuss Quartett (jüngst beim Label Rubikon Classics erschienen). Die Summe der 29 Tagebucheinträge ergibt das Ganze, und am Ende winkt ein spielerisches Memory. Ein erfrischendes Videoprojekt in Zeiten der Streamingflut.

Jesper Klein, RONDO Magazin

 
In kurzen, schnellen oder meditativen Clips, denen die beim Label Rubicon Classics veröffentlichte Gesamteinspielung aller Beethoven Streichquartette des Kuss Quartetts zu Grunde liegt, werden individuelle Miniaturen der Künstler zusammengefügt, die als wachsendes digitales Tagebuch kleine Erinnerungen wie Zeitkapseln oder Reminiszenzen an die gemeinsame Gegenwart in der aktuellen Vereinzelung speichern.

 

Rémy Franck, pizzicato

Verrat der Bilder

Augmented Reality Performance von Nico and the Navigators, UA am 12. September 2019 in den Meisterhäusern Dessau im Rahmen des Festivals "Bühne total", Regie/Konzept: Nicola Hümpel, AR-Konzept/Raum: Oliver Proske, Konzept/Dramaturgie: Andreas Hillger, Mitwirkende: Annedore Kleist, Patric Schott, Michael Shapira, Pauline Werner, Aufführungen im Kolbe-Museum Berlin und in der Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt in Brüssel

Nun macht die innovative Theatergruppe Nico and the Navigators ihrem Namen einmal mehr Ehre: War das Hinauswagen ins Unbekannte, das Navigieren auf neuem Terrain von jeher das ästhetische Konzept des Kollektivs mit wechselnden Mitwirkenden (...) geht es auch jetzt mit der Produktion „Verrat der Bilder“ um eine künstlerische Expedition der besonderen Art. Das rund 70-minütige Stück hat die Matrix des Bauhauses, das vor 100 Jahren in Weimar gegründet wurde, zum Thema - und als doppelte Kulisse. Gespielt wird an und in den Meisterhäusern in Dessau, gespielt wird aber auch mit einer erweiterten Realität, die von Zeugnissen der Bauhäusler und der deutschen Geschichte bis in unsere von Technik geprägten Gegenwart reicht. (...) Dank aufwendig programmierter AR-Brillen wird die Zeitreise nicht nur textlich grundiert und fabelhaft gespielt von Annedore Kleist, Patric Schott, Michael Shapira und Pauline Werner in wechselnden historischen Rollen, sondern eben auch durch verblüffende virtuelle Effekte der „Augmented Reality“ in seiner Wirkung verstärkt. (...) Aber der lustvolle Griff in die Möglichkeiten der Zukunft ist nicht nur ein Spiel, sondern hat natürlich einen unmittelbaren Bezug zur Geschichte des Bauhauses, das wiederum selbst ebenso gern spielerisch wie experimentell war, vielgestaltig sowieso - und auch widersprüchlich.

                                                                   Mitteldeutsche Zeitung, 14. September 2019, Andreas Montag

 

Es ist der Hammer, hier, im Berliner Georg Kolbe Museum, einer Schar von Akteuren zuzuschauen, die selber nie das sehen, was wir dank zusätzlich eingeblendeter Grafiken, Bilder, Skizzen erleben. Wie genau sich die realen Leiber doch einpassen lassen in eine grafisch gestaltete Landschaft, mal eine Bauhausküche, mal die israelische Gedenkstätte Yad Vashem: Das macht jedes Bühnenbild völlig überflüssig.

Arnd Wesemann, tanz

Rettet die Sockel! - Save The Pedestals!

Nach der gleichnamigen Erzählung von Ivan Vladislavić, UA am 12. Oktober 2018 im Puppentheater Halle, Regie: Robyn Orlin, Dramaturgie: Francesca Spinazzi und Andreas Hillger, Puppendesign: Adrian Kohler, Handspring Puppet Company, Mitwirkende: Mmakgosi Tsogang Kgabi, Franziska Rattey, Ivana Sajevic, Lambert Mousseka Ntumba und Nico Parisius, Koproduktion mit der Handspring Puppet Company Cape Town | in Zusammenarbeit mit dem Baxter Theatre Centre Cape Town

Das Stück hat einen eigentümlichen Charme. So ruhig und leblos stehen die beiden Riesen da, sie warten auf ihre Spieler, ihre Beweger, die den Objekten ihr Temperament leihen. Die für sie essen, lachen, sprechen. Aus dieser Statik und durch ihre Größe gewinnen die Puppen ihr Eigenleben. Kann man ihnen trauen? Erzählen sie nicht bloß komische Märchen?

                                                                               Der Tagesspiegel, 25. Oktober 2018, Rüdiger Schaper

Luther - Szenisches Oratorium

Oratorium von Dietrich Lohff/Peter Schütze, Aufführung am 17. September 2017 in der Phönix Theaterwelt Wittenberg, Regie und Ausstattung: Andreas Hillger, Musikalische Leitung: Michael Weigert, Mitwirkende: Chöre des Kirchenkreises Wittenberg, Mitglieder der Anhaltischen Philharmonie Dessau und des Paul-Gerhardt-Orchesters Wittenberg, Barbara Berg, Burkhard von Puttkammer, Björn Christian Kuhn, Maik Gruchenberg und Frank Roder (Solisten)

Spätestens als Burkhard von Puttkammer (Luther) und Barbara Berg (Katharina von Bora) die Bühne betreten, zeigt sich: Hier demonstrieren zwei international renommierte Künstler ihr ganzes Können. Für Wittenberg ein Glücksfall. Nicht nur Luther und Katharina überzeugen. Dies gelingt auch Björn Christian Kuhn u.a. als Tetzel, Maik Gruchenberg, der Luthers väterlichen Freund Staupitz singt und Frank Roder, der als Sprecher in verschiedene Rollen schlüpft. In der Regie von Andreas Hillger sind sie alle zu hören - Papst Leo X., Kardinal Cajetan, Kaiser Karl V., Johannes Eck, Kurfürst Friedrich der Weise, Spalatin und Thomas Müntzer – wichtige Protagonisten der Geschichte. Wie man ihn zu kennen glaubt, tritt Luther vor dem Reichstag zu Worms auf: kämpferisch. Hier tut sich ein Spannungsfeld auf, das sich sowohl im Text als auch in der Musik widerspiegelt (...) Mit einem Hymnus an die Liebe (Luther und Katharina im Duett) und dem Chorfinale „Ein neuer Morgen blaut“ endet eine glanzvolle Aufführung in Wittenberg. Mit gut zehn Minuten Schluss-Applaus wird diese vom Publikum lautstark honoriert.

                                                                     Mitteldeutsche Zeitung, 19. September 2017, Rainer Schultz

Anhaltisches Theater Dessau - Spielzeit 2014/15

Sein oder Nichtsein Komödie von Nick Withby, Regie: Martina Eitner-Acheampong, Bühne: Jan Steigert,
Kostüme: Yvette Schuster, Premiere am 17. Oktober 2014

Götz von Berlichingen Schauspiel von Johann Wolfgang von Goethe, Regie: André Bücker,  Kostüme: Jessica Rohm, Premiere am 20. März 2015

Kristallpalast Jahrhundert-Revue mit Schauspiel und Ballett, Choreographie: Tomasz Kajdanski, Bühne: Nicole Bergmann/Nancy Ungurean, Kostüme: Steffen Gerber,  Premiere am 8. Mai 2015

ausgezeichnet mit dem Theaterpreis des Bundes 2015

Die Abenteuer des kleinen Buckligen

Ein Bauhaus-Spiel aus "1001 Nacht",

Buch, Regie, Bühne, Kostüme: Christian Georg Fuchs, Puppen: Peter Lutz, Premiere am 31. Mai

Anhaltisches Theater Dessau - Spielzeit 2013/14

Iphigenie auf Tauris

Schauspiel von Johann Wolfgang von Goethe,

Regie: André Bücker, Ausstattung: Suse Tobisch, Premiere am 14. Juli 2013 auf der Felseninsel Wörlitz

Nora oder Ein Puppenheim

Schauspiel von Henrik Ibsen, Regie: André Bücker, Bühne: Bernd Schneider, Kostüme: Suse Tobisch, Premiere Oktober 2013

The Beggar's Opera/ Polly

Regie: André Bücker,
Musikalische Leitung: Daniel Carlberg, Bühne: Jan Steigert, Kostüme: Suse Tobisch, Premiere am 22. Februar 2014

Sommernachtstraum

Komödie von William Shakespeare, Regie: Malte Kreutzfeldt, Bühne und Kostüme: Nikolaus Porz, Premiere am 14. Juni 2014

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